Alle waren unterwegs und mein Praktikum drohte in der nächsten Woche zu beginnen. Katis Worte, freie Tage zum Reisen zu nutzen lagen mir im Ohr. So fuhr ich Freitag letzter Woche mit einem öffentlichen Überlandbus los nach Halong Stadt, 93 km östlich von Hanoi, bzw. 5 1/2 h Fahrt. Der Bus hält überall um noch mehr Leute mit zu nehmen.
Im Hotel angekommen erzählte ich dem Wirt, ich plane am nächsten Tag hoch zur Chinesischen Grenze und wieder runter nach Hai Phong mit Fähren zu fahren. Doch seine Schilderungen von Hühnern und Kühen auf den Booten überzeugt mich schnell davon eine organisierte Tour mit zwei Übernachtungen auf einem Ausflugsboot bei ihm zu kaufen. Was ein Trick!
An Bord stellte sich am nächsten Tag schnell heraus, dass es meine Tour gar nicht gab. Es gab großes Chaos, weil die Verantwortlichen an Bord echt hilfsbereit und mitfühlend waren, und mir versuchten weiter zu helfen. Es endete in Telefonaten mit Reisebüros in Hanoi, Halong und anderen Booten. Den Hotelwirt kannte allerdings keiner.
Mein Käpten hat dann einfach beschlossen, mich am nächsten Tag noch mal mit zu nehmen und eine andere Tour zu fahren, da ich ja nicht zwei mal hinter einander das gleiche sehen wollte. So kamen wir vorbei an Höhlen in den Kalksteinfelsen, schwimmenden Märkten und ganzen Dörfern, an Schulen auf Ruderbooten und an Verkaufsbooten, die im Schatten der Kalksteine zuflucht vor der Sonne suchten. Seeadler fischten im ruhigen Wasser zwischen den Kalksteinformationen, und selbst als wir schwimmen waren, stürzten sie sich 30 m weiter tollkühn ins Wasser um danach wieder über unseren Köpfen zu kreisen. Abends boot sich ein wunderschöner Sonnenuntergang um in der Stimmung nach dem Kajak fahren einen Gin Tonic im Abendrot zu genießen. Wunderbar, da kann man die Seele baumeln lassen.
Am zweiten Abend hat mich mein Käpten dann mit runter vom Boot genommen um mit ihm und den Fischermännern vom schwimmenden Markt zu Abend zu essen. Auf Reismatten auf dem Boden gab es Meeresfrüchte aller Art, vor allem aber viel Schnaps.
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